Deine Maske und Du. Weißt Du noch, wer Du bist? -

(Lesezeit < 6 Min)


"Beauty begins the moment you decide to be yourself."
(Coco Chanel)

Du bist dann am Schönsten, wenn Du Du selber bist.

Doch wann sind wir eigentlich wir selber? Wer bist Du wirklich? Wann bist Du wirklich Du? Und mit wirklich meine ich ohne Maske. Ohne die Rolle, den sozialen Filter, den wir manchmal annehmen, um ein bestimmtes Bild zu erfüllen oder um in ein Raster zu passen.

Kennst Du auch diese sozialen Chamäleons? Menschen, die sich jeder Situation, jeder Freundesclique, jedem Umfeld sofort anpassen können und dementsprechend ihr Verhalten ändern?
 Ganz so krass ist das bei den Meisten von uns nicht, aber dennoch verfallen wir schnell in eine Rolle. Verstecken uns hinter einer Maske und das so oft, ohne dass wir es merken.

Warum laufen so viele Menschen mit Maske herum?

Eine Maske bietet Schutz, hinter einer Maske kann man sich wunderbar verstecken und braucht sich nicht wirklich zu zeigen. Eine Maske schützt vor Verletzungen und schirmt unseren innersten Kern ab, so dass dieser ganz leise und ungesehen bleibt.

Und nein, so eine Maske ist nicht immer schlecht. Gerade wir Frauen haben die Gabe uns unheimlich gut anpassen zu können. An Situationen, an Menschen, an unterschiedliche Lebenslagen. Und manchmal, ja, da ist es gut, dass wir eine Maske aufsetzen können, um uns selber zu schützen.
Aber allermeistens und im täglichen Leben wäre es so schön, wenn wir uns alle wieder wirklich begegnen würden. Wenn wir uns nicht hinter einer Fassade verstecken würden, sondern uns so zeigen, wie wir wirklich sind.

Warum fällt uns das so schwer?

Eine der größten und verwurzelten Ängste in uns Menschen, ist die Angst ausgeschlossen und verstoßen zu werden. Ausschluss aus der Gesellschaft bedeutete früher verhungern zu müssen und nicht mehr Überlebensfähig zu sein. Früher war Überleben nur in Gemeinschaft möglich. Diese Urangst steckt noch immer tief in uns.

Und schon in der Schule werden wir dazu erzogen, möglichst gut ins System zu passen. Möglichst angepasste Meinungen zu vertreten und bitte nicht zu individuell zu sein. Jemand der aus der Reihe tanzt, wird schnell zum Außenseiter. Jemand der wieder und wieder auf seine eigene, vielleicht unpopulärere Meinung besteht, wird schlecht benotet. 

Kein Wunder also, dass wir mit der Zeit verlernen mutig wir selber zu sein. Mutig für das einzustehen, was und wer wir wirklich sind, was und wie wir wirklich denken. Dass wir aufhören auf unsere Unterschiedlichkeit, auf unser Anderssein stolz zu sein. Kein Wunder also, dass wir manchmal denken, dass Andersartigkeit etwas schlechtes ist.

Und dann setzen wir diese Maske auf. Wir perfektionieren sie mit der Zeit, mit den Jahren und fangen an uns selber als diese Maske zu sehen.Wir vergessen was für ein buntes, verrücktes und einzigartiges Wesen in uns steckt.

Bei meiner wöchentlichen Veranstaltungsreihe GOODWEIBS beginnen wir das Kennenlernen immer mit einer Eye-Contact Übung. Zwei Frauen, die sich nicht kennen, stellen sich voreinander und schauen sich mit neutralem Blick und ohne zu sprechen für eine Minute lang in die Augen. 

Es ist unglaublich, welche Nähe und tiefe Verbindung in dieser einen Minute erzeugt wird. Innerhalb von Sekunden. Zwischen zwei Fremden, die dann nicht mehr fremd sind. Unsere Augen sind der Spiegel unserer Seele. Unsere Augen können keine Maske aufziehen, was wahrscheinlich auch einer der Gründe dafür ist, dass sich die allermeisten Menschen gar nicht mehr richtig in die Augen schauen.

Ich habe neulich einer Bekannten von dieser Augen-Übung erzählt. Ihre Reaktion war „Oh Gott, das könnte ich nicht!“. Vielleicht geht es Dir auch so. Und ja, auch ich hatte erstmal ein unbehagliches Gefühl, als ich diese Übung das erste Mal gemacht habe. Aber ich sage Dir, es ist wunderschön. Es ist wunderschön sich zu sehen, sich zu zeigen und sich selbst ein Stück weit in diesem anderen Menschen zu sehen. Zu spüren, dass man genauso wie man ist, wie man wirklich ist, noch viel mehr geschätzt und geliebt wird, als für die Maske, die man so oft trägt. Es ist wunderschön tiefgründige Beziehungen aufzubauen. Es ist wunderschön, welche Menschen man plötzlich sieht und welche Verbindungen entstehen können, wenn man sich ohne Filter begegnet.

Wer bist Du wirklich? Weißt Du es noch?

Jeder von uns ist einzigartig. Und ich beobachte es immer wieder, jeder von uns hatte innerlich schon mal das Gefühl irgendwie anders zu sein. Wann hast Du abgestellt anders zu sein, wann hast Du aufgehört stolz auf deine Einzigartigkeit zu sein?
Bitte fang wieder an damit.
Fang an wirklich Du zu sein. Fang wieder an deine eigene Meinung lautstark zu äußern, für deine Wünsche und Werte einzustehen und voll und ganz, aus vollstem Herzen DU zu sein. Die Welt, wir brauchen Dich so, wie Du wirklich bist.

4 Tipps, wie Du wieder mehr zu Dir selber kommst:

  • Schreib einmal alles auf, was Du an Dir magst und was Dich ausmacht. Wie siehst Du dich heute selber und wie stellst Du dir dein perfektes Leben in fünf Jahren vor (bitte groß träumen!)?
  • Mach ein Spiegeldate mit Dir selber. Stell einen Timer auf 1 Minute und schau dir selbst in einem Spiegel in die Augen. Ja, das ist erstmal super komisch, aber der Mensch, denn Du da anschaust, ist kein Fremder, sondern der Mensch, den Du am besten von allen kennen und am liebsten von allen haben solltest.
  • Such dir eine Meditation raus. Es gibt unzählige angeleitete Meditationen auf Youtube, Spotify oder anderen ähnlichen Plattformen. Such Dir eine zum Thema Selbstliebe raus und schenke Dir selber die Wertschätzung und Zeit diese zu machen.
  • Schau Dich einmal wirklich an. Wie läufst Du durch dein Leben? Achtest Du auf eine gute Körperhaltung, auf Kleidung, die dich ausdrückt und zu dir passt? Kleidung, in der Du dich wohlfühlst? (Wer hier noch Nachholbedarf hat: In Kürze gibt es meinen neuer Onlinekurs Stilvoll.)

Love always,


Made with love by ClaSophia. All rights Reserved.