Starke Frauen - Emanzipation - Frauenquote Clasophia

Was zeichnet starke Frauen aus?

Und: leben wir in einer von Männern dominierten Welt?

Starke Frauen. Porträts und Berichte über historisch bedeutsame und so bezeichnete starke Frauen, kennen wir alle. Frida Kahlo, Clara Zetkin, Malala Yousafzai – es gibt einige berühmte Frauen, die eine Veränderung in der Welt bewirkt haben, die bedeutsam waren und es heute noch sind. Doch was macht heutzutage Stärke aus?

Was zeichnet starke Frauen aus?

Ich habe vor kurzem in der ZEIT einen Artikel zum Thema “Starke Frauen“ gelesen. Die Autorin beschreibt ihre Sicht auf weibliche Stärke, Frauenquoten und Emanzipation. Sie empört sich über ein gesellschaftliches Bild, das Frauen primär zu Hause beschäftigt mit Kinderbetreuung sieht. Sie ruft auf, dass wir Frauen uns andere Vorbilder nehmen sollen. Vorbilder wie beispielsweise eine Frau, die kurz nach dem Sie ihren Säugling zur Welt gebracht hat, zurück in der Vorstandsetage eines Konzerns sitzt. Weiter bringt sie Beispiele von Frauen, bei denen Geburt und Kinder nebenbei laufen und die Stufe für Stufe auf der Karriereleiter empor klettern. Sie plädiert für Frauenquoten und ein Bild weg von der Frau am Herd.

Dieser Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht. Sollten wir Frauen uns weibliche Vorbilder suchen, die der Rolle der Mutter einen Nichtig-Stempel geben? Und gibt es allgemein gültige ‚gute‘ Vorbilder? Auch ich bin dafür, dass Frauen und Männer auf Augenhöhe sind. Auch ich bin dafür, dass Frauen die gleichen Chancen haben sollen, wie Männer – allerdings darf dabei eine Sache nicht vergessen werden:

Männer und Frauen sind nicht gleich – und das ist etwas wunderbares.

Es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen und „emanzipiert zu sein“ sollte nicht bedeuten diese Unterschiede krampfhaft zu leugnen. Wir Frauen sind von Natur aus das Geschlecht, das Kinder gebären kann. Wir können schwanger sein und stillen. Männern ist dieses Wunder nicht vergönnt. Allein diese Tatsache bedeutet einen gravierenden Unterschied. Die Natur hat es also ein Stück weit vorgegeben, dass wir Frauen erst einmal zuständig sind für die Nachkommen – wenn frau sich hierfür Zeit nehmen möchte und kann, ist das doch etwas wunderbares – und bedeutet keineswegs die Abwesenheit von Stärke oder das Gegenteil einer Powerfrau.

Frauenquote? Nein, danke!

Emanzipation bedeutet für mich, dass wir Frauen entscheiden können und dürfen. Wir können uns für oder gegen Kinder entscheiden. Wir können uns für oder gegen eine (steile) Karriere entscheiden – zumindest in Deutschland, haben wir das selber in der Hand, genauso wie unsere männlichen Mitbürger. Frauen durch Quoten gezwungen in bestimmte Positionen zu bringen, finde ich nicht emanzipiert, sondern genau das Gegenteil davon.

Wenn ich einen Job haben möchte, dann möchte ich diesen bekommen, weil er meinen Fähigkeiten entspricht. Weil ich die Voraussetzungen mitbringe diesen Job gut zu machen und NICHT, weil ich Brüste habe oder eine Frau bin. Ganz ehrlich, ich finde eine Frauenquote, die Unternehmen zwingt eine bestimmte Zahl an Frauen in bestimmte Positionen zu bringen, nicht förderlich für Gleichberechtigung. Mich erinnert eine gezwungene Einstellungsquote von Frauen eher an eine Behindertenquote, durch die Unternehmen Vergünstigungen erhalten.

Persönlich habe ich noch nie die Erfahrung gemacht einem Mann gegenüber benachteiligt zu werden. Im Gegenteil – in manchen Situationen hatte ich das Gefühl bevorzugt zu werden, weil ich eine Frau bin – hätte sich da ein Mann beschwert, wäre er wahrscheinlich nicht ernst genommen worden.

Leben wir in einer männlich dominierten Welt?

So oft höre und lese ich, wir würden in einer von Männern dominierten Gesellschaft leben. Wo genau spielt sich diese männliche Dominanz ab? Ich finde sie nicht. An der Regierungsspitze sehe ich sie seit Jahren auf jeden Fall nicht. Und auch in weiteren Schlüsselpositionen unserer Gesellschaft erkenne ich keine alleinige Dominanz von Männern.

Überlegen wir uns einmal in welchen Jahren Menschen am meisten geprägt werden. Richtig, in den ersten Lebensjahren. Bis ungefähr zum Grundschulalter nehmen wir die meiste Prägung an und lassen uns enorm von unserem Umfeld beeinflussen. Wirft man einen Blick in die Kitas, Kindergärten und Grundschulen unseres Landes wird schnell klar, welches Geschlecht hier primär vertreten ist: Frauen. Wir Frauen prägen unsere Gesellschaft von Morgen. (Wenn man schon von Geschlechterquoten spricht, sollte man hier vielleicht eher eine Männerquote einführen.)

Dass dies so ist, entspricht wiederum unseren von der Natur mitgegeben Stärken. Frauen sind prototypisch die sozialeren und emotionaleren Wesen, die dementsprechend stärker in sozialen Berufen vertreten sind.

Die Bedeutung von Emanzipation

Emanzipation sollte nicht bedeuten, dass wir Frauen zu möglichst guten Männern werden, alles den Männern gleicht tun müssen und typische weibliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel Stillen, aus unserem Leben verbannen. Emanzipation und die Gleichstellung von Mann und Frau sollte bedeuten, dass wir alle den Lebensweg wählen können, der zu uns passt und den wir uns wünschen. Eine Frau, die sich für Kinder und Full-Time Mama Dasein entscheidet und mit ihrem Mann diese Rollenaufteilung wählt, kann eine genauso starke Frau sein, wie eine, die sich gegen Kinder und für Karriere entscheidet. Beide Möglichkeiten können großartig sein.

Eine starke Frau ist eine, die IHREN Weg geht.

Ich ärgere mich über krampfhaftes „alles ist gleich“ machen. Männer und Frauen sind unterschiedlich und das ist wundervoll. Ich mag es zarter zu sein als mein Partner, ich übernehme meist das Wäsche waschen und er handwerkliche Aufgaben. Ich mag es die Möglichkeit zu haben, Zeit mit meiner Tochter verbringen zu können. Und ich fühle mich dabei absolut gleichberechtigt und emanzipiert.

Das Entscheidende ist, dass wir – völlig unabhängig von unserem Geschlecht – herausfinden, was wir wollen. Was uns wichtig ist. Und das wir genau dies leben. Dass wir einstehen für unsere Werte und den Lebensweg, der zu uns passt. Und das, ja das bedeutet für mich Stärke. Such dir Vorbilder, die den Weg gehen, den du anstrebst. Lebe die Werte, die dir wichtig sind.

Denn starke Frauen zeichnen sich dadurch aus, dass sie IHREN Weg gehen – völlig egal, ob dieser zuhause oder viel unterwegs ist. Eine starke Frau braucht sich nicht bemühen den männlichen Kollegen immer ähnlicher zu werden, ihre Stärke zeichnet sich durch ihr Selbstbewusstsein als Frau und ihr weibliches Wesen aus.

Was denkst Du? Was hast Du für Erfahrungen gemacht? Hast Du dich aufgrund deines Geschlechts einmal benachteiligt oder bevorteilt gefühlt? Schreib mir deine Meinung in die Kommentare – das interessiert mich sehr!

Deine

Claudia Sophia. Stilberatung.

PS: Empfehlen kann ich Dir zu diesem Thema die aktuelle Folge: Die Kraft der Ungleichheit – die wundervollen Gegensätze von Mann und Frau, vom Podcast Basic Principles in der das Ganze aus männlicher Perspektive beleuchtet wird. 🙂

Comments (2)

  1. Liebe Sophia,
    ich finde das “von Natur aus”-Argument, was deinen Kommentar durchzieht, problematisch und zu kurz gedacht. Das meiste, was du als typisch weiblich beschreibst, hat nichts mit Natur, sondern Sozialisation zutun. Väter können genauso starke Bindungen zu ihren Kindern aufbauen wie Mütter und sich genauso liebevoll, um sie kümmern. Lediglich das gebären und stillen ist den Frauen vorbehalten. Aber das Allein macht Frauen nicht zu besseren Umsorgern von Kindern, wie man zum Beispiel auch an Frauen, die nicht stillen können, sieht. Auch sie bauen eine enge Bindung zu ihren Kindern auf und übrigens auch Eltern, die Kinder adoptieren. Das Natur-Argument funktioniert nicht, wenn man differenzierter denkt. Womit du aber Recht hast, ist, dass keinem gedient ist, wenn wir Arbeitsmodelle übernehmen sollen, die nicht familienfreundlich sind – weder Frauen noch Männern.
    Liebe Grüße, Doreen

    1. Liebe Doreen,
      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Gedanken zu dem Thema. Ich stimme Dir voll und ganz zu: Väter können definitiv enge und vertraute Bindungen zu ihren Kindern aufbauen und sollten sich auch um ihre Kinder kümmern. Der Papa ist für Kinder genauso wichtig, wie die Mama – gar keine Frage!
      Mich stört nur das bisweilen negative Image, wenn sich eine Frau für ein zuhause bleiben entscheidet und für primäres Mamasein. Emanzipation bedeutet für mich Entscheidungsfreiheit und ob Hauptberuflich Mama oder Senior Managerin – beides kann erfüllend sein und Stärke ausdrücken. 🙂

      Liebe Grüße an Dich,
      Claudia Sophia

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Modestil, Lifestyle, Frauenthemen – der Blog von Claudia Sophia

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